Co-Working-Spaces: Innovationssysteme für die Arbeitswelt von Morgen schaffen

Wie sieht die Arbeitswelt in 10 oder 15 Jahren aus? Welche Digitalstrategien fahren Kommunen? Wie können Communities von Menschen in der Stadt oder auch den Stadtteilen mit modernen Büroräumen, so genannten Co-Working-Spaces, geschaffen werden? Diesen und anderen Fragen stellte sich eine Runde von Fachleuten, die SPD-Bürgermeisterkandidat Karsten Vollmar zu einer Diskussionsrunde in die Bad Hersfelder Stadthalle einlud.  „Dass der ländliche Raum Zuzugsgebiet ist, überrascht nicht: Homeoffice hat zugenommen, mobiles Arbeiten in Satellitenbüros kann jenseits der Metropolen ein Mehr an Lebensqualität bedeuten“, wusste Michael Schramek zu berichten, der in Nordhessen die Implementierung von Co-Working-Spaces betreut. Viele Kommunen seien dort kreativ: Mit dem Umbau von alten Bahnhöfen, Postämtern oder anderen leerstehenden Liegenschaften auch in den Stadtzentren oder Stadtteilen werde zudem Leerstand beseitigt, Menschen werden angelockt, die Familien gründen und denen der kurze Weg zum Arbeitsplatz wichtig sei. Schramek geht sogar weiter: „Die Projektidee ist es, in 15 Minuten am Arbeitsplatz zu sein. Da lassen sich neben dem Fußweg oder der Fahrradnutzung auch Car-Sharing-Modelle prima einfügen, das spart Zeit und Geld und schont die Umwelt“.

Dass die Stadt Bad Hersfeld bislang ein weißer Fleck auf der Landkarte schon bestehender Co-Working-Einrichtungen ist, weiß auch Tanja Winter. „Der Austausch in diesen Büroarbeitsflächen, die Kreativität und die Entstehung von Communities stellt einen Innovationsschub für Unternehmen dar“, so die Lean-Managerin, die sich der Einrichtung solcher Räume widmet. Und auch Start-Ups sind in diesem Bereich willkommene Mieter, wusste Dr. Felix Michl zu berichten. Der aus Bad Hersfeld stammende Anwalt machte aber auch deutlich: Vor allem sind Co-Working-Spaces in der Zukunft Standortfaktoren für Zuzügler – oder auch junge Menschen, die nach ihrer Ausbildung in die Heimat zurückkehren wollen. „Hersfelder kehren nach Hersfeld zurück“ – das ist eine charmante Idee, denn „Karriere kann man auch hier machen – mit deutlich mehr Lebensqualität“, so Dr. Michl.

 „Ich sehe in Co-Working-Spaces einen deutlichen Mehrwert. Das ist zwar kein eigenständiges Geschäftsmodell, aber eine Chance, Leben in die Stadt und/oder die Stadtteile zu bringen. Wenn man hier neue Gemeinschaften hilft zu gründen, kann das nur gut für den Standort Bad Hersfeld sein“, so Karsten Vollmar abschließend.

Bildunterschrift: Machen, was wichtig ist: Zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Co-Working-Space kamen Experten in der Stadthalle zusammen: Dr. Felix Michl, Karsten Vollmar, Tanja Hartdegen MdL, Torsten Warnecke, Michael Schramek und Tanja Winter (v. l.). Foto: Ulrich Wolf / SPD.